Kroatien: Arbeitsmarkt, Personal und Bildung
Die Pflichtschulzeit beginnt in Kroatien im Alter von sechs bzw. sieben Jahren und besteht aus acht Schuljahren. Höhere Schulbildung wird von Gymnasien und Berufsfachschulen angeboten.
Das kroatische höhere Bildungssystem umfasst sechs Universitäten mit etwa achtzig Fakultäten, Kunstakademien und Fachhochschulen (=berufsbegleitende Bildungseinrichtungen), fünf polytechnische Schulen, sechs unabhängige Fachhochschulen und neun privat akkreditierte Fachhochschulen. Der universitäre Auftrag umfasst wissenschaftliche, künstlerische und entwickelnde Forschung, im Speziellen die Durchführung wissenschaftlicher Forschungsprogramme im strategischen Interesse Kroatiens; künstlerische Bestrebungen und professionelle Arbeit, so wie die darauf basierende, voruniversitäre, universitäre und postuniversitäre Ausbildung. Der Auftrag der Polytechnika und der Fachhochschulen besteht in der berufsbildenden höheren Bildung sowie künstlerischen und berufsrelevanten Tätigkeiten.
Kürzlich durchgeführte Erhebungen zeigten, dass von den befragten Personen 25 % Englisch und 14 % Deutsch aktiv schreiben und sprechen. 57 % beherrschen keine einzige Fremdsprache. In einer Befragung meinten 45 %, dass vor einem EU-Beitritt Kroatiens die kroatischen Bürger/innen zwei Fremdsprachen beherrschen müssten, 96 % meinten, zumindest eine Fremdsprache wäre erforderlich. 94 % nannten in dem Zusammenhang Englisch als die am wichtigsten geforderte Sprache, gefolgt von Deutsch mit 67 %, sowie Italienisch (23 %) und Französisch (18 %).
Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften ist in Kroatien regionsabhängig. Der Nord-Westen bietet die höchstausgebildeten und erfahrensten Arbeitnehmer, während Unternehmen in Zentral- und Südkroatien Probleme haben können, geeignete Arbeitnehmer/innen zu finden.
Im September 2008 betrug das durchschnittliche kroatische Nettoeinkommen 730 Euro pro Monat, in Zagreb 858 Euro netto/Monat. Die Lohnkosten sind also in der Hauptstadt im Verhältnis zur Region relativ hoch, im Gegenzug ist aber das Angebot an gut ausgebildeten Fachkräften, speziell auch in Bereichen mit hoher Wertschöpfung, sehr groß.
Die gesamten Dienstgeberkosten belaufen sich, inklusive Steuer, Versicherung und weiteren Abgaben, abhängig vom Gehaltsniveau bis auf das Doppelte des Nettogehalt des Dienstnehmers. Der Arbeitgeber zahlt 17,2 % auf das Gehalt des Dienstnehmers für Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. Dem Arbeitnehmer werden 20 % seines Monatsgehaltes für die Pensionsversicherung abgezogen.
Es gibt acht Feiertage und sechs Bankfeiertage in Kroatien. Nach dem Arbeitsrecht beträgt das Minimum an bezahltem Urlaub 18 Tage pro Jahr.
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