Interkulturelle Kompetenz ist jetzt messbar
Grenzüberschreitendes Arbeiten ist heute für viele heimische Unternehmen keine Ausnahme mehr, sondern tägliche Praxis. Die verantwortlichen Manager/innen haben damit aber ein Problem mehr auf dem Tisch, denn die wachsende Internationalität verlangt nach besonderen Eigenschaften: Gefragt ist "interkulturelle Kompetenz" sowohl auf individueller also auch organisatorischer Ebene. Um diese Kompetenz steuerbar zu machen, haben die Consultingunternehmen HILL International und Hauska & Partner International Communications ein neues Messinstrument entwickelt: die InterKulturAnalyse.
Die Probleme sind schon lange bekannt: Die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Erfahrungen oder Wertvorstellungen ist von Vorurteilen und häufigen Missverständnissen geprägt. Bei der Einrichtung von internationalen Teams, vor Geschäftsreisen oder längeren Auslandsaufenthalten ist daher eine gründliche Vorbereitung notwendig. Bisher wurde darauf mit der Durchführung unterschiedlichster Trainings, der Vermittlung von Do’s & Don’ts und allgemeiner Aufklärungsarbeit, vorwiegend über Besonderheiten nationalstaatlicher Kulturen, reagiert. Tatsächlich sind aber nicht nur Einzelpersonen gefordert, sich auf neue Umwelten einzustellen, sondern die Unternehmen selbst müssen geeignete Rahmenbedingungen für interkulturelles Arbeiten schaffen. Nur wenn sie die notwendigen Grundlagen bereitstellen, können die Mitarbeiter/innen in ihrem persönlichen Umfeld individuelle Fähigkeiten einbringen. Interkulturelle Kompetenz ist daher weniger eine persönliche Angelegenheit als eine Managementaufgabe. Ziel von HILL und Hauska war es daher, dem Management ein Werkzeug in die Hand zu geben, das einen raschen Überblick über die interkulturelle Kompetenz des Unternehmens bietet und gleichzeitig Informationen liefert, wo ein Verbesserungsbedarf besteht.
Ein kompaktes Messinstrument
Das unter dem Namen InterKulturAnalyse angebotene Servicepaket ist eine Art „Gesundheits-Check“: Mittels qualitativer und quantitativer Interviews sowie der Analyse ausgewählter Daten, Fakten und Managementinstrumente wie Personalentwicklungssysteme, Mitarbeiterzeitung oder Firmenleitbild wird der aktuelle Status erhoben und mit einer Kennzahl versehen, die gleichzeitig ein Benchmarking ermöglicht. Die Untersuchung umfasst die vier Bereiche Werte-, Personal-, Kommunikations- und Organisationsmanagement und wird sowohl im Headquarters als auch in den ausländischen Niederlassungen durchgeführt. Durch die großteils elektronische Abwicklung ist die Analyse binnen weniger Wochen und vergleichsweise günstig umzusetzen: die Kosten für die Standardversion belaufen sich auf EUR 18.000.
Knapp zweijährige Entwicklungsarbeit
Die ersten Weichen für diese Produktentwicklung wurden bereits 2004 gestellt: Im Rahmen der Interessensplattform „Headquarters Austria“ wurde eine Umfrage unter Unternehmenszentralen durchgeführt, die die interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkriterium bei der Qualifikation von Mitarbeiter/innen auswies. Gleichzeitig wurde klar, dass der Hebel bei der Unternehmenskultur angesetzt werden muss, damit sich das Humanpotenzial überhaupt in die gewünschte Richtung entwickeln kann. HILL International und Hauska & Partner International Communications haben daher ihre Kompetenzen zusammengelegt und ein gemeinsames Entwicklungsprojekt gestartet. Mit dem Prototyp wurde ein Testlauf bei einer in Österreich ansässigen Osteuropazentrale durchgeführt und danach ging es an letzte Verbesserungen. Das vorliegende Ergebnis: ein kompaktes Analysetool, das über den aktuellen Level der interkulturellen Kompetenz und bestehende Problembereiche informiert.