Berufsbild: People & Culture Manager*in - Was aus „dem Personalchef“ über die Jahrzehnte wurde

HR-Manager*innen sind keineswegs „von gestern“ – und doch hat sich kaum ein Berufsbild so deutlich verändert wie jenes des (bewusst nicht gegenderten) Personalchefs: von einer administrativen Funktion zur strategisch gestaltenden Kraft.

Als HILL International Geschäftsführer am Standort Wien nehme ich die Veränderungen deutlich wahr – gibt es doch häufige Anknüpfungspunkte mit HR Verantwortlichen in unterschiedlichen Rollen.

HILL International begleitet seit über fünf Jahrzehnten Unternehmen in ihrer Entwicklung – insbesondere an der Schnittstelle zwischen Geschäftsführungen und HR-Abteilungen. Dabei konnten wir nicht nur zahlreiche HR-Positionen besetzen, sondern auch den Wandel der Anforderungen, Erwartungen und Rahmenbedingungen im Human Resources Management (HRM) miterleben.

Vom Personalchef zum People & Culture Manager

Seit den 1990er-Jahren hat sich HRM in Funktion und Bedeutung grundlegend verändert. Die Rolle ist heute vielschichtiger, internationaler, technischer – und menschenzentrierter. Der Begriff „Personalchef“ wurde über den „Head of HR“ zunehmend zu „People & Culture Manager*in“ abgelöst. Diese*r agiert als strategische*r Partner*in der Geschäftsführung, treibt Kulturwandel aktiv mit voran und gestaltet moderne Arbeitswelten.

Neue Anforderungen und Kompetenzen

Während früher häufig Quereinsteiger mit kaufmännischem Hintergrund den Weg ins HR fanden, sind heute spezialisierte Studienabschlüsse (z. B. in Wirtschaftspsychologie, Arbeitsrecht oder Personalmanagement) nahezu Voraussetzung. Der moderne HR-Profi soll rechtlich versiert sein, Change-Prozesse begleiten, mit digitalen Systemen und KI-gestützten Tools sicher umgehen – und Geschäftsführungen beratend zur Seite stehen.

Gerade im Recruiting gewinnt die Fähigkeit, zwischen „Echtem“ und „Generiertem“ zu unterscheiden, durch KI und automatisierte Bewerbungsverfahren zunehmend an Bedeutung.

Fokus auf Employee Lifecycle und Kultur

Ein zentrales Thema im modernen HRM ist der Employee Life Cycle: vom Recruiting über Onboarding, Weiterbildung bis zum Offboarding. Was früher ein „Nice-to-have“ war, ist heute Kernauftrag. Gleichzeitig rücken Themen wie New Work, flexible Arbeitszeitmodelle, Remote Work, Diversity & Inclusion und Mental Health stärker in den Fokus. HR gestaltet aktiv die Unternehmenskultur – und somit das Arbeitsumfeld der Zukunft.

Vielfältige Berufsfelder im HRM

Das moderne HRM bietet zahlreiche Spezialisierungen und Entwicklungsmöglichkeiten, u. a. in folgenden Bereichen:

  • Recruitment & Employer Branding
  • Learning & Development
  • Talent & Retention Management
  • Performance & Rewards
  • People Operations
  • Organisations- und Arbeitsgestaltung
  • Veränderungsmanagement (z. B. New Work, Culture)

Karrierewege reichen von HR-Spezialist*innen über People Business Partner*innen bis zu Leitungsfunktionen oder Beratung. In Top-Positionen liegen die Gehälter bei € 100.000 bis € 160.000 pro Jahr.

Fazit

HRM hat sich vom administrativen Bereich zur strategischen Schlüsselrolle im Unternehmen entwickelt. Der Fokus auf den Employee Lifecycle, der Einsatz digitaler Tools und der Kulturwandel machen klar: HR ist heute weit mehr als Personalverwaltung. Und auch künftig bleibt das Berufsbild spannend, dynamisch – und gefragt.

Josef Papousek, Geschäftsführer
Geschäftsführer

„Jeder Mensch ist der Architekt seiner eigenen Zukunft“ (Sallust)