Pandemie eröffnet Chancen für Frauen in der Führung

Elisabeth Punzhuber diskutierte am OÖN Frauentag

Anlässlich des Frauentages luden die Oberösterreichischen Nachrichten zu einem Tag nur für Frauen. Elisabeth Punzhuber, geschäftsführende Gesellschafterin von HILL International, stellte sich einer Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen in der Industrie“ – und macht Mut.

Aus der Praxis kann sie berichten, dass die Tendenz für Frauen in Führungspositionen optimistisch stimmt. „Ich sitze vermehrt jüngeren Geschäftsführern gegenüber, die gern Frauen in Führungspositionen besetzen. Allerdings bewerben sich auf viele Positionen viel mehr Männer“, so die Personalberaterin aus Linz. Das Gute: „Die Pandemie hat aber ein Fenster für Frauen aufgemacht: Führen in Teilzeit ist bis vor zwei Jahren als Option weggewischt worden. Inzwischen ist Dauerpräsenz im Büro nicht mehr unbedingtes Erfordernis. Das eröffnet für Führungspositionen in Teilzeit – mit rund 30 Arbeitsstunden pro Woche – eine Chance, was vermehrt Frauen ins Spiel bringt“, erzählt Elisabeth Punzhuber weiter aus der Praxis.

Allerdings gäbe es nach wie vor zu wenige Frauen in der Führung. „Denn eine Frau bewirbt sich nur dann, wenn sie 110 Prozent der Anforderungen erfüllt“, so Punzhuber. Ein kräftiges Signal an engagierte Frauen, sich mutig und mit Selbstvertrauen zu präsentieren!

Grundsätzlicher Tenor am Podium war der nach wie vor bestehende Spannungsbogen zwischen einem Fachkräftemangel in der Industrie einerseits und Mädchen, sie sich immer noch zu wenig ein technisches Studium zutrauen andererseits. Hier gab es unterschiedliche Aspekte, die in der Podiumsdiskussion angesprochen wurden.

Das Credo der „MINTality“ Initiatorin und Mutmacherin Therese Nissl dabei: „Wir müssen schauen, dass wir Mädchen darin bestärken, sich ein technisches Studium zuzutrauen. Da braucht es gute Vorbilder und auch Eltern, die ihre Töchter dazu ermutigen“. Lisa Csenar, Leiterin der Projektentwicklung bei Verbund Green Power, meint darüber hinaus: "Es ist ein Thema, sich etwas zuzutrauen. Da sind Frauen zu zögerlich." Auch Ilse Burgstaller, Geschäftsführerin des Softwarehauses RZL, ist überzeugt: "Der bessere Verdienst spricht ganz klar für technische Berufe. Wer mehr verdient, hat mehr Freiheiten, ist finanziell unabhängig."

Im Bild von links nach rechts: Lisa Csenar, Ilse Burgstaller, Elisabeth Punzhuber, Therese Niss.

Mag. Birgit Pfannhauser, Franchise Supervisor, Marketing Manager
Franchise Supervisor, Marketing Manager

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